15.02.2019 Wieviel Schlaf ist gesund?

Dieser Frage sind Dr. Wang und Kollegen vom Peking Union Medical College nachgegangen, bei knapp 117.000 Teilnehmern aus 21 Ländern im Alter von 35-70 Jahren, Teilnehmer aus Nord-und Südamerika, den mittleren Osten, Südasien, Südostasien, China, Afrika und Europa umfassend. Ausgewertet wurden die Daten der Teilnehmer epidemiologisch, d. h. verglichen wurden die ermittelten Schlafmuster und das Vorliegen oder Nichtvorliegen von kardiovaskulären Erkrankungen. Bei einer solchen Auswertung lassen sich Zusammenhänge feststellen, wie wir sie weiter unten darstellen werden, bewiesen ist damit eine Kausalität aber nicht. Bei der recht großen Datenmenge kann man die gefundenen Ergebnisse gleichwohl generalisieren und dies insbesondere dann, wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Ursache für bestimmte Schlafmuster zuvor ausgeschieden werden konnten. Nach der Studie lag die durchschnittliche Schlafdauer bei 8 Stunden täglich. Den optimalen Gesundheitseffekt ergab eine Gesamtschlafdauer von 6-8 Stunden, das Sterberisiko allgemein und das Risiko für schwere kardiovaskuläre Erkrankungen war bei dieser Schlafdauer am geringsten. Bei 8-9 Stunden Schlafdauer erhöht sich das Risiko um 5 %, bei 9-10 Stunden um 17 % und lag bei mehr als 10 Stunden täglichem Schlaf bei 41 %. Wurde weniger als 6 Stunden geschlafen, erhöhten sich die Risiken um 9 %. Danach kann man erst einmal festhalten, dass 6-8 Stunden optimal sind und sich nun noch fragen, ob ein Mittagsschlaf nutzt oder schadet. Hier muss man sagen, dass unterschiedliche Ergebnisse gefunden wurden. Bei mehr als 6 Stunden nächtlichem Schlaf erhöhte sich das Risiko, wenn noch ein Mittagsschlaf hinzu kam, bei einer Schlafdauer unterhalb von 6 Stunden wurde dieses Defizit wohl durch den Mittagsschlaf ausgeglichen, die Risiken stiegen nicht.
Wir gehen davon aus, dass aus der Studie mehrere Vorgaben abgeleitet werden können.
Zum einen, 6-8 Stunden Schlaf in der Nacht stellen ein gesundes Mittelmaß dar.
Zum anderen, Defizite können durch den Mittagsschlaf ausgeglichen werden.
Und drittens, dass eine mittägliche Erholungsphase von etwa 20 Minuten, im Zustand des Dösens, also nicht Schlaf im eigentlichen Sinne, weiterhin förderlich bleibt.
Originalstudie: doi:10.1093/euheartj/ehy695